Ist mir egal, ich ess das jetzt einfach


16. November 2012, kurz nach drei

Tag 44: Heimaturlaub

Nur keine Angst, hier geht's schon noch weiter. Aber nur, wenn der Chefkoch in mir meint, dass er mal wieder was neues kochen müsste oder ich beim Chili einen Durchbruch zu vermelden habe.

Das dürfte in nächster Zeit wieder öfters vorkommen, denn ich habe mir zwei neue Kochbücher zugelegt. Zum einen Vegan Guerilla, zum anderen Crazy Sexy Kitchen. Letzteres empfiehlt sich über einen der Marketplace-Händler zu kaufen, die bekommen das deutlich schneller ran als Amazon selbst.
Kleiner Wermutstropfen bei CSK: Nicht alle Gerichte sind mit Bild.

Nach der Challenge ist vor der Challenge

Endlich mal dumme Fußballerweißheiten hier. Wird ja auch mal Zeit! Wie dem auch sei: Nach Tag 30 habe ich einfach weitergemacht wie vorher, allerdings die ein oder andere Regel etwas gelockert, z.B. die 19:00-Regel. Und die Prohibition. Das geht auch nicht anders, man ist schließlich Franke und mit Bier als Muttermilch groß geworden. Außerdem steht beyond tellerrand vor der Tür und eine Taufe, bei der ich evtl. sogar in den Vegetariermodus umschalten muss. Danach ist aber geplant, bis Weihnachten wieder eine Challenge-Phase anzuhängen. Wie gut das im Monat mit den meisten Weihnachtsfeiern funktioniert muss sich aber erst noch zeigen.

Heimaturlaub

Ich war nach der Challenge auch für ein paar Tage bei meinen Eltern. Essen ist da immer ein wichtiges Thema, vor allem für meine Oma. Von daher hab ich gleich mit offenen Karten gespielt und gesagt, dass ich weder Putenschnitzel noch Kartoffelsalat haben möchte. Auf die Frage, was es denn dann sein darf, hab ich gesagt: „Ich koche selbst. Und ihr könnte mitessen, davon probieren oder es bleiben lassen. Aber nur wer probiert darf auch meckern.”

Man muss dazu sagen, es gibt in Kronach einen Denn's, das hat mir vieles leichter gemacht und ich musste nicht meine komplette Küche durch halb Deutschland fahren. Gekocht habe ich, was ich schon mal selbst versucht hatte, Experimente kann ich zu Hause machen. Und es hat sowohl meiner Oma als auch meiner Mutter geschmeckt, der Rest hat sich wie zu erwarten standhaft geweigert. Mutter hat sogar zwei Tage später angerufen und gesagt, dass sie mein Essen vermisst und es wäre vielleicht dauerhaft nicht die schlechteste Ernährungsform bei ihrem Rheumaleiden.
Insgesamt volle Akzeptanzpunkte also von Seiten der Familie, wobei es bereits Veganer in der Verwandschaft gibt, das Thema ist also nicht komplettes Neuland.

Problematisch war das ganze nur vom Grundverständnis her für meine Oma, früher selbst Köchin. Und dann kommt der Enkel mit so komischem Zeug wie Agavendicksaft oder Mandelmus. Und sie konnte auch nicht ganz verstehen, dass ich zu meinem Essen nicht auch noch einen extra Salat brauche.
Und natürlich Fleisch. Wie das denn bitte schön funktionieren solle, so ganz ohne Fleisch. Aber ein mageres Stück Fleisch, das könnte ich doch essen, oder? Ein ganz ähnliches Gespräch hatte ich die Tage darauf mit einem älteren Kollegen in der Firma, der mir unbedingt seinen Chai Latte Tee schmackhaft machen wollte.
Er: „Da muss aber viel Milch ran.”
Ich: „Ich trinke keine Milch.”
Er: „Die ist doch fettreduziert, nur 1.5%”
Ich: „Ich trinke keine Milch.

Mit meiner Oma habe ich das Thema dann ganz einfach erledigt. Es gab Auberginen-Schiffchen Mexican (mit Graffiti-Auberginen) und wieder die Frage nach dem Fleisch.
Ich: „Hast du das Fleisch grad vermisst.”
Oma: „Nein.”
Ich: „Siehst du, ich auch nicht.”
Thema durch.

Kürbis-Paprika-Gemüse mit Tofu-Kokos-Sticks

Eigentlich wollte ich das bei meinen Eltern kochen, weil ich noch Kürbis übrig hatte, habe dann aber keinen Bock auf kochen gehabt und den Kürbis zu Pommes verarbeitet. Dafür gab es das dann heute.

Geschmacklich sehr gut, von der Zubereitung her eher ein befriedigend. Diese Sojasoße-Erdnussmus-Agavendicksaft-Mischung brennt sofort in der Pfanne an. Und ich hab jetzt so viel Kokosmilch übrig…
Insgesamt hatte ich mit einem Kokos-Schock gerechnet, aber am finalen Gericht schmeckt man das kaum noch raus. Insgesamt also auf jeden Fall eine Empfehlung.

Kürbis-Paprika-Gemüse mit Tofu-Kokos-Sticks
Kürbis-Paprika-Gemüse mit Tofu-Kokos-Sticks

Sport

Ich versuche derzeit, einmal die Woche das Fitnessstudio von innen zu sehen, was auch soweit ganz gut klappt. Und wenn nicht, dann versuche ich, das durch Spaziergänge o. Ä. auszugleichen.

Wiegen

Musste letzte Woche ausfallen, daher erst heute die Gewissheit, weitere 900 Gramm abgenommen zu haben, insgesamt jetzt 10,8 Kilo seit Challenge-Beginn.

Autor: Matthias Slovig
URL: http://istmiregalichessdasjetzteinfach.de/blog/heimaturlaub
Tags: #vff #kürbis #paprika #tofu #kokos

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